20 Jahre Nationalpark Eifel

© Joppi / stock.adobe.com

Nach 20 Jahren seit seiner Gründung hat der Nationalpark Eifel eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Ursprünglich waren im Schutzgebiet 230 gefährdete Arten bekannt, aber Forscher haben mittlerweile mehr als 2.600 Rote-Liste-Arten entdeckt, die wertvollen Lebensraum im Nationalpark finden. Insgesamt beherbergt das Schutzgebiet an der belgischen Grenze sogar mehr als 11.300 Arten. Die Gästezahlen des Nationalparks sind ebenfalls deutlich gestiegen. Seit der ersten Untersuchung im Jahr 2007 (450.000 Gäste) haben sich die Besucherzahlen auf über eine Million Gäste pro Jahr mehr als verdoppelt.


Gefällt Ihnen unser Magazin?
Fügen Sie uns als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So erscheinen unsere neuesten Artikel häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen und KI-Ergebnissen.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen

Die Entwicklung zeigt, wie sich konsequenter Naturschutz und ein attraktives Naturerlebnis miteinander verbinden lassen. Auf großen Flächen darf sich die Landschaft zunehmend ohne wirtschaftliche Nutzung entfalten. Aus früher bewirtschafteten Wäldern entstehen dadurch nach und nach naturnähere Lebensräume, in denen alte Bäume, Totholz und ungestörte Rückzugsorte zahlreichen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten zugutekommen.

Umweltminister Oliver Krischer äußerte sich dazu und sagte, es sei großartig und absolut beeindruckend, was in der Nationalparkregion erreicht wurde. Der Nationalpark Eifel sei ein voller Erfolg für die Natur, die Menschen und die Region. Er sei eine Schatzkammer der Biodiversität, biete spannende Naturerlebnisse und unterstütze die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Zur Feier des 20-jährigen Jubiläums plant die Nationalparkverwaltung eine öffentliche Veranstaltungsreihe, die sich über das Jahr erstreckt. Den Auftakt bildet ein großes Nationalpark-Jubiläumsfest am 10. März im Nationalpark-Zentrum Eifel. An diesem Tag ist nicht nur der Eintritt in die Erlebnisausstellung Wildnis(t)räume frei, sondern es gibt auch ein buntes Programm für Jung und Alt von 10.00 bis 17.00 Uhr.

Das Programm umfasst unter anderem Kinder-Theater, Poetry-Slam, Rangerführungen, Bastelwerkstatt und die Multimedia-Präsentation „Wildes Namibia“. Ein Höhepunkt ist die Fotoausstellung „Wilde Bilder – 20 Jahre Wildnisentwicklung im Nationalpark Eifel“. Sie zeigt 40 Bildpaare, die interessante Einblicke in die Entwicklung ausgewählter Naturstandorte im Nationalpark geben. Weitere Jubiläumsveranstaltungen werden bald bekannt gegeben.

siehe auch:  Nahmobilitätsprogramm Nordrhein-Westfalen

Die Gegenüberstellung älterer und neuerer Aufnahmen macht Veränderungen sichtbar, die bei einem einzelnen Besuch häufig unbemerkt bleiben. Wo früher die Spuren der Forstwirtschaft dominierten, gewinnen natürliche Prozesse immer mehr Raum. Die Bildpaare dokumentieren damit nicht nur den Wandel der Landschaft, sondern vermitteln auch, wie viel Zeit die Entstehung neuer Wildnis benötigt.

Der Nationalpark Eifel wurde im Jahr 2004 auf Flächen des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes eingerichtet. Verschiedene Tier- und Pflanzenarten wie Biber, Milan, Mauereidechse, Wildnarzissen und der „Urwald-Pilz“ Ästiger Stachelbart nutzen den Nationalpark als Lebensraum. Forscher konnten auch ein bedeutendes Vorkommen von Wildkatzen mit mehr als 50 Tieren nachweisen. Außerdem ziehen Schwarzstörche regelmäßig ihre Jungen im Nationalpark auf. In den Wäldern nimmt vor allem die Rotbuche zu, was auf die Abnahme früherer Nutzungen hinweist.

Für die wissenschaftliche Begleitung ist eine langfristige Beobachtung der Lebensräume besonders wertvoll. Veränderungen im Bestand bestimmter Arten, die Ausbreitung der Rotbuche und die Zunahme von Totholz liefern Hinweise darauf, wie sich der Wald entwickelt. Zugleich können die gewonnenen Erkenntnisse dabei helfen, Schutzmaßnahmen zu beurteilen und seltene Arten frühzeitig zu erfassen.

Für Besucher bietet der Nationalpark ein gut beschildertes Wegenetz von insgesamt 240 Kilometern Länge sowie Ausstellungen und vielfältige Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote. Neben den hauptamtlichen Rangern unterstützen mehr als 100 ehrenamtliche Waldführer den Nationalpark und führen Gruppen durch das Schutzgebiet. Es gibt auch Programme für Schulen, Kinder- und Jugendgruppen sowie spezielle Angebote für Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe in der Umgebung. Besonders beliebt sind die Jugendherbergen in der Nationalparkregion, die mit naturnaher Lage, Familienzimmern und kindgerechten Freizeitprogrammen ideale Ausgangspunkte für Erkundungstouren in die Wildnis bieten. Ihre Kombination aus preiswertem Aufenthalt und Bildungsnähe macht sie zu einem wichtigen Partner in der Besucherbetreuung.

siehe auch:  NRW: Ordnungsgeld für Pöbel Politiker

Wer seinen Aufenthalt verlängern und weitere Landschaften der Eifel kennenlernen möchte, findet auch außerhalb des Nationalparks sehenswerte Ziele. Dazu gehört das Ulmener Maar, ein Eifelsee in der Vulkaneifel. Es entstand vor rund 10.900 Jahren beim bislang jüngsten Vulkanausbruch in Deutschland und gilt als jüngstes Eifelmaar. Das Gewässer liegt unmittelbar bei der Stadt Ulmen und veranschaulicht eindrucksvoll die vulkanische Vergangenheit der Region. Das Ulmener Maar gehört allerdings nicht zum Nationalpark Eifel, sondern bietet sich als eigenständiges Ausflugsziel während einer längeren Reise durch die Eifel an.

Damit die empfindlichen Lebensräume geschützt bleiben, sollten Gäste die ausgewiesenen Wege nicht verlassen und Hinweise der Nationalparkverwaltung beachten. Rücksichtnahme ist vor allem in Brut- und Rückzugsgebieten notwendig. Wer leise unterwegs ist und ausreichend Zeit mitbringt, erhöht zugleich die Chance, Tiere zu beobachten und die unterschiedlichen Landschaftsräume bewusster wahrzunehmen.

Eine Studie aus den Jahren 2014/2015 zeigte, dass der Nationalpark mit seinen Angeboten wertvolle Impulse für die wirtschaftliche Regionalentwicklung bietet. Die erfolgreiche Entwicklung des Nationalparks Eifel wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Vom wachsenden Interesse profitieren unter anderem Beherbergungsbetriebe, Gastronomie, Freizeitangebote und weitere touristische Einrichtungen in den umliegenden Orten. Gleichzeitig trägt der Nationalpark dazu bei, das Profil der gesamten Region als naturnahes Reiseziel zu stärken. Voraussetzung für diese Entwicklung ist ein Tourismus, der die Schutzbedürfnisse der Landschaft berücksichtigt und Besucher gezielt über einen verantwortungsvollen Aufenthalt informiert.

Minister Krischer sagte dazu: „Die Biodiversitätskrise ist neben der Klimakrise die zweite große ökologische Herausforderung unserer Zeit. Daher möchten wir die Erfolgsgeschichte des Nationalparks fortschreiben und auch anderen Regionen ermöglichen. Hierzu haben wir ein landesweites Verfahren für einen zweiten Nationalpark gestartet, das allen Regionen offensteht.“

siehe auch:  Schädlingsbefall in NRW – Ratten sind das Hauptproblem

Zur Entdeckung des Nationalparks Eifel hat das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen eine interaktive und multimediale Broschüre erstellt. Die Broschüre „Nationalpark Eifel – Der Wildnis auf der Spur“ bündelt Informationen und Interaktionen zum Lesen, Stöbern, Klicken, Staunen und Rätseln. Ein Teil der Broschüre richtet sich speziell an Kinder.

Die digitale Aufbereitung ermöglicht es, sich bereits vor einem Besuch mit der Tier- und Pflanzenwelt, den Landschaften und den Besonderheiten des Schutzgebiets vertraut zu machen. Familien, Schulklassen und andere Interessierte erhalten dadurch einen leicht zugänglichen Einstieg in das Thema Wildnisentwicklung. Vor Ort können diese Kenntnisse anschließend auf Wanderungen, bei Führungen oder in den Ausstellungen vertieft werden.

Basierend auf einer Pressemitteilung von Landesregierung Nordrhein-Westfalen vom 7. Februar 2024, redaktionell überarbeitet am 29.9.2026