„Camping ist, wenn man den fortschreitenden Zustand der eigenen Verwahrlosung als erholsam betrachtet“ – so lautet ein lustiges Sprichwort unter Campern, dem aber sicher auch ein Fünkchen Wahrheit innewohnt. Schließlich bedeutet Campen Freiheit, ungezwungenes Beisammensein und die Nähe zur Natur.
Spätestens in der Corona-Zeit ist Camping zu einer Art Volkssport in Deutschland geworden. Waren die Verkaufszahlen insbesondere von Wohnmobilen bereits zuvor im Aufwind, explodierten diese förmlich in der Zeit der Pandemie. Doch wie sieht die Lage aktuell aus?
Hält der Boom weiter an?
Kurz gesagt: Ja! Natürlich sind die Verkaufszahlen von Campingfahrzeugen und die Belegungszahlen der Campingplätze in Deutschland seit dem Ende der Pandemie wieder leicht zurückgegangen, trotzdem ist das Campen ungebrochen beliebt. Lediglich bei Wohnwagen lässt sich seit einigen Jahren ein Rückgang der Verkaufszahlen beobachten. Camping ist und bleibt also im Trend, und dafür gibt es gute Gründe, wie wir gleich erfahren werden.
Warum ist Camping so beliebt?
Egal ob Geschäftsführer eines Unternehmens, Fabrikarbeiter oder Krankenpflegerin – Camping ist klassenlos. Speziell für kleine und große Familien mit eher begrenztem Budget bietet sich der Campingurlaub an, zum Beispiel an der Ost- und Nordsee, aber auch im europäischen Ausland. Hier bedeutet Camping hauptsächlich Freiheit: Kinder haben die Möglichkeit, an kilometerlangen Stränden zu spielen und sich auszutoben, für die Eltern ist das gleichbedeutend mit den lang ersehnten Ruhepausen und Entspannung vom Alltag.
Und natürlich gibt es auch für gut betuchte und besonders anspruchsvolle Menschen die richtigen Camping-Möglichkeiten – hin zum Luxus-Wohnmobil für mehrere hunderttausend Euro, das besser ausgestattet ist als so manche Wohnung. Schauen wir uns doch einmal die drei beliebtesten Formen vom Campingfahrzeugen etwas genauer an.
Wohnwagen: Günstig und flexibel
Er ist ein echter Klassiker, es gibt ihn bereits seit mehr als 70 Jahren: der Wohnwagen. Seine Vorteile liegen direkt auf der Hand. Er bietet auf kleiner Grundfläche ein maximales Raumvolumen, da kein Raum für einen Motor und eine Fahrkabine benötigt wird. Der komplette Platz steht also für den Wohnraum zur Verfügung.
Viele Camper setzen deshalb auf den Wohnwagen, weil er ihnen die Möglichkeit verschafft, am Urlaubsort einen normalen Pkw zur Verfügung zu haben, um die Gegend zu erkunden, einkaufen zu fahren usw. Zudem ist ein Wohnwagen günstiger in der Anschaffung und im Unterhalt.
Die Nachteile: Wohnwagengespanne dürfen, außer auf traditionellen Campingplätzen, praktisch nirgendwo stehen. Gerade auf den immer öfter anzutreffenden Stellplätzen für Wohnmobile und Campervans im öffentlichen Raum sind Wohnwagengespanne aus versicherungstechnischen Gründen fast immer unerwünscht.
Wohnmobile: Mittlerweile die beliebteste Art des Campings
Für den Kauf eines Wohnmobils ist in der Regel ein deutlich größeres Budget erforderlich als für einen Wohnwagen. Dafür genießt man mit einem Wohnmobil den maximalen Komfort. Viele moderne Modelle verfügen etwa über Fußbodenheizung, elektrische Hubstützen, Dachterrassen und vieles mehr. Umständliches Aufbauen und Abbauen entfällt und man kann sofort mit dem Urlaub beginnen. Große Wohnmobile bringen sogar Stauraum für kleine Fahrzeuge wie Motoroller oder Ähnliches mit, die es ermöglichen, vor Ort mobil zu sein, ohne das Wohnmobil bewegen zu müssen.
Nachteile bestehen neben dem hohen Preis darin, dass man mit einem Wohnmobil kaum in größere Städte fahren kann und auch Ausflüge in anspruchsvolles Gelände aufgrund der Größe und des Gewichts kaum möglich sind.
Campervans: Die junge Form des Campens
Eine relativ neue Form des Campingfahrzeugs ist der sogenannte Campervan. Er gilt als cool, hip und ist sozusagen der jüngere, günstigere Ableger des Wohnmobils. Der Unterschied zu diesem besteht darin, dass der Campervan nichts anderes ist als ein gewöhnlicher Transporter oder Kleinbus, der mit einem entsprechenden Wohnausbau versehen wurde. Das Wohnmobil hingegen besteht aus seinem Serien-Fahrgestell, auf das eine speziell konstruierte Wohnkabine (in der Regel aus GFK) aufgesetzt wird.
Campervans sprechen generell ein jüngeres Publikum an, das weniger an Urlaub auf dem klassischen Campingplatz als viel mehr an Outdoor-Abenteuern mit freiem Stehen in der Natur interessiert ist.
