Coloniam visitare: Eine Reise in die Vergangenheit der heiligen Stadt Köln

Köln Groß St. Martin
© Sina Ettmer / stock.adobe.com

Ob Karneval, Shopping oder Urlaub: Die Gründe für einen Besuch der nordrhein-westfälischen Metropole Köln sind vielfältig. Wer es allerdings versäumt, im Rahmen dieses Besuches auch etwas über die Vergangenheit Kölns zu erfahren, der verpasst einiges – schließlich sind auch heute noch zahlreiche Zeitzeugen der über 2.000 Jahre alten Geschichte in Köln zu finden. Wir liefern Geschichtsinteressierten in diesem Ratgeber erste Anregungen.


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Köln: Die älteste Großstadt Deutschlands

Köln zählt zu den ältesten Städten in Deutschland und wird zudem als älteste aller heute bekannten Großstädte hierzulande angeführt. Wann genau Köln bzw. der Kölner Raum erstmals besiedelt wurden, lässt sich nicht mehr genau klären. Entsprechende Funde werden auf die Altsteinzeit geschätzt, doch die eigentliche Geschichte Kölns beginnt mit dem Siegeszug der Römer. Das Jahr 38 v. Chr. wird mehrfach als Gründungsjahr der Stadt genannt, ganz sicher ist dies jedoch ebenfalls nicht.

Die entsprechende Siedlung war die Hauptstadt der Ubier, eines germanischen Stammes, der sich mit den Römern verband. Schon bald wurde das Straßennetz ausgebaut und Köln an das römische Fernstraßennetz angeschlossen. Die ältesten Siedlungsteile lagen damals auf einer Insel im Rhein, die heute nicht mehr existiert, jedoch etwa dem Gebiet um den Alten Markt sowie dem Heumarkt entspricht.

Im Jahr 50. n. Chr. stieg die Stadt zur römischen Kolonie auf („Colonia“), was deutlich mehr Rechte bedeutete, als sie damals einer einfachen Stadt zukamen. Der offizielle Name lautete seither „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“, kurz CCAA. Schon bald darauf erhielt die Stadt eine beeindruckende Befestigung, die aus einer massiven Mauer mit vielen imposanten Toren und Türmen bestand. Teile davon sind noch zu sehen, insbesondere ein Römerturm aus dem 3. Jahrhundert, der heute an der Ecke Zeughausstraße/Sankt-Apern-Straße steht.

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Zeitzeugnisse im Straßenbild

Auch die damals angelegten Straßen haben teilweise bis heute bestand – wenn auch auf etwas anderem Geländeniveau. So stellen die Hohe Straße und die Schildergasse die ehemaligen römischen Hauptstraßen „Cardo maximus“ und „Decumanus maximus“ dar. Sie sind heute die wichtigsten Einkaufsstraßen in Köln.

Der Schnittpunkt der beiden Straßen bildete einst den Mittelpunkt der Stadt. Das heutige Straßenniveau liegt jedoch 5 bis 6 Meter höher als das damalige. Daher sind auch viele Überreste heute unterirdisch zugänglich, zum Beispiel in der Tiefgarage des Doms oder im Keller des Rathauses. Ein Rundgang durch die Stadt, genauer gesagt, eine Köln Führung lohnt sich daher sehr. An vielen Stellen trifft man auch heute noch auf historische Spuren.

Köln blühte zur römischen Zeit regelrecht auf, viele Jahrzehnte waren geprägt von Frieden und Wohlstand. Unruhigere Zeiten folgten erst wieder ab dem Ende des 3. Jahrhunderts. Die Germanen überfielen mehrfach die Stadt, die römische Herrschaft endete schließlich endgültig im Jahr 454. Fortan waren die Franken die neuen Herrscher Kölns, das als einzige römische Kolonie diesen Namen quasi bis heute trägt.

Tipp: Viele archäologische Ausstellungsstücke und Zeugnisse Kölns kann man im Römisch-Germanischen Museum unmittelbar neben dem Kölner Dom besichtigen.

Ein absolutes Muss: Der Kölner Dom

Apropos Kölner Dom: Wer einen Urlaub in Nordrhein-Westfalen verbringt, sollte unbedingt den Kölner Dom besuchen. Die römisch-katholische Kirche zählt zu den bekanntesten Bauwerken in ganz Deutschland und wurde bereits 873 eingeweiht. Durch Umbaumaßnahmen wurde der alte Dom 1277 zur heutigen Kirche im gotischen Stil umgebaut. Die Arbeiten dauerten rund 29 Jahre. Der „neue“ Dom wird seitdem ständig restauriert und gepflegt. Selbst mehr als 70 Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges konnten den Grundbau des Kölner Doms nicht besiegen. Seit 1996 zählt der Kölner zum UNESCO-Weltkulturerbe, mit seiner Höhe von ca. 157 Metern stellt er die dritthöchste Kirche der Welt dar.

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Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Im Rahmen ausgiebiger Führungen wird durch erfahrende Guides die Geschichte des Doms zum Leben erweckt. Sogar ein Aufstieg in die charakteristischen Türme ist möglich. Dazu sollte allerdings eine gewisse körperliche Fitness vorhanden sein, denn es müssen immerhin 533 Treppenstufen überwunden werden. Doch auch die Besichtigungen innerhalb des riesigen und imposanten Kirchenschiffs sind hochinteressant. So wurden beispielsweise unterhalb des Bodens bei Ausgrabungen Teile römischer Wohnhäuser sowie ein antikes Taufbecken entdeckt.

Weitere Zeugnisse der Vergangenheit der Stadt Köln und damit natürlich auch des Kölner Doms lassen sich in den vielfältigen Museen und Ausstellungen der Stadt finden. Besonders empfehlenswert ist hier etwa das Kölnische Stadtmuseum im Zeughaus, welches die geschichtliche Entwicklung der Stadt vom Mittelalter bis zur Gegenwart eindrucksvoll dokumentiert. Weitere Museen, die unbedingt einen Besuch wert sind, sind das Wallraf-Richartz-Museum, das Museum Ludwig sowie die Domschatzkammer, welche in einem Anbau an der Dom-Nordseite untergebracht ist.