Altersgerechtes und barrierefreies Wohnen im Eigenheim

Senior im Rollstuhl am PC mit Pflegerin
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Das Streben nach Autonomie im eigenen Zuhause ist für viele Menschen im fortgeschrittenen Alter immer noch ein wichtiges und nicht zu unterschätzendes Thema. Der Wunsch, in den vertrauten vier Wänden zu bleiben, trotz zunehmenden Alters oder körperlicher Einschränkungen, rückt das Thema barrierefreies Wohnen immer mehr in den Fokus. Durch intelligentes Design und barrierefreie Architektur entstehen Wohnräume, die sowohl altersgerechtes als auch inklusives Wohnen ermöglichen und die Lebensqualität nachhaltig sichern. Ob in der Planung neuer Gebäude oder der Anpassung bestehender Strukturen: barrierefreie Wohnprojekte bieten vielfältige Lösungen, um Wohnträume wahr werden zu lassen.

Barrierefreien Wohnens für ein selbständiges Leben

Barrierefreies Wohnen schafft die Grundlage für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Es leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Würde und Lebensqualität von Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowie für Familien in jeder Lebensphase. In einer Gesellschaft, die Inklusion und Teilhabe als zentrale Werte sieht, ist die Schaffung von barrierefreier Architektur ein zentrales Anliegen.

Ein Zuhause, das barrierefrei gestaltet ist, ermöglicht älteren Menschen und Personen mit Behinderung ein Höchstmaß an Autonomie. Die Freiheit, sich in den eigenen vier Wänden sicher und ohne Hilfe bewegen zu können, ist ein wichtiger Punkt für das psychische Wohlbefinden und die soziale Integration. Ebenso bietet behindertengerechtes Wohnen jungen Familien die Flexibilität, die sie im Alltag mit Kleinkindern benötigen.

Anpassung des Wohnraums an individuelle Bedürfnisse

Bei der Umsetzung von barrierefreier Architektur ist entscheidend, die Wohnraumgestaltung individuell angepasst werden kann. Gerade in Eigentumswohnungen, wo gemeinschaftliches Eigentum Reglementierungen mit sich bringen kann, ist es wichtig, Lösungswege zu finden, die es erlauben, persönliche Bedürfnisse mit strukturellen Gegebenheiten in Einklang zu bringen.

Grundlegende Punkte eines barrierefreien Eigenheims

Ein Zuhause ohne Hindernisse bietet Menschen in allen Lebensphasen Komfort und Unabhängigkeit. Dabei gibt es bestimmte Merkmale, die barrierefreie Wohnungen auszeichnen und die es zu beachten gilt, um ein Höchstmaß an Selbstständigkeit zu gewähren.

Wir haben einige der wichtigsten Punkte für Sie in einer Liste zusammengefasst:

  • Schwellenlose Übergänge fördern die Bewegungsfreiheit und erleichtern den Zugang in und zwischen den Räumen. Insbesondere für Rollstuhlfahrer und Personen mit Gehhilfen sind diese entscheidend.
  • Breite Türenstellen sicher, dass auch Bewohner mit Rollstühlen oder Rollatoren problemlos durch alle Eingänge gelangen.
  • Rampen sind unerlässlich, um Stufen und Höhenunterschiede zu überwinden und so barrierefreie Zugänge zu schaffen.
  • Mit bodengleichen Duschen und Haltegriffen wird das Risiko im Sanitärbereich minimiert.
  • Aufzüge in Mehrfamilienhäusern oder Treppenlifte in Einfamilienhäusern erlauben es den Bewohnern, sich ohne Mühen zwischen den Stockwerken zu bewegen, und sind ein wesentlicher Bestandteil mehrstöckiger barrierefreier Wohnkonzepte.

Die Integration dieser Elemente in das Eigenheim schafft eine Basis für ein selbstbestimmtes Leben und berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Anforderungen, die sich aus individuellen Mobilitätseinschränkungen ergeben können.

Barrierefreies Wohnen: Die Immobilienart bestimmt die Umsetzbarkeit

Ob Sie in einem Einfamilienhaus oder einer Eigentumswohnung leben, spielt eine maßgebliche Rolle für die Machbarkeit von barrierefreiem Wohnen. Während ein Einfamilienhaus meist großzügige Freiheiten bei Umbauten bietet, unterliegen Eigentumswohnungen oft den Regularien der Eigentümergemeinschaften.

Das bedeutet: Im Einfamilienhaus genießen Sie weitgehende Gestaltungsfreiheit für Maßnahmen wie den Treppenlift-Einbau oder die Verbreiterung von Türöffnungen.

Im Kontrast dazu stehen bei der Eigentumswohnung oft die Interessen der Gemeinschaft und die bauliche Beschaffenheit des Mehrfamilienhauses einer umfassenden Barrierefreiheit im Weg.

Umsetzung von barrierefreiem Wohnen im Eigenheim

Barrierefreies Wohnen ist ein wesentlicher Beitrag zu einem selbständigen Leben – unabhängig von Alter oder körperlichen Einschränkungen. Die Realisierung von barrierefreien Grundrisslösungen in Eigenheimen ermöglicht sowohl altersgerechtes als auch inklusives Wohnen.

Zahlreiche bauliche Maßnahmen können in Betracht gezogen werden, um diesen Anspruch zu erfüllen.

  • Die Errichtung eines Bungalows oder eines eingeschossigen Hauses stellt eine optimale Grundrisslösung dar. Hierbei werden potenzielle Mobilitätsbarrieren wie Treppen von Anfang an vermieden.
  • Bei einer schrittweisen Anpassung bestehender Eigenheime sind bauliche Veränderungen erforderlich. Diese reichen von der Verbreiterung von Türöffnungen über die Absenkung von Schwellen bis hin zur Installation komplett ebenerdiger Duschbereiche.
  • Technische Hilfsmittel und smarte Haussteuerungssysteme, ggf. mit Notruf, tragen ebenfalls zur Barrierefreiheit bei, beispielsweise durch elektrisch bedienbare Rollläden oder intelligentes Licht- und Heizungsmanagement.
  • Für den späteren Bedarfsfall sollte bereits in der Bauphase das Nachrüsten von Aufzügen oder die Trennung von Wohnebenen in der Planung berücksichtigt werden, wodurch spätere Umbauten vereinfacht werden.

Altersgerechtes und inklusives Wohnen bedeutet, dass das Zuhause an die sich wandelnden Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden kann. Es ist wichtiger denn je, bereits in der Planungsphase weitsichtig zu denken und eine ideale Balance zwischen aktuellen Anforderungen und zukünftigen Lebensumständen zu schaffen.

Förderungen und Zuschüsse zum Umbau

Die Transformation des Eigenheims in einen barrierefreien Wohnraum ist nicht nur eine bauliche, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Um diesen Prozess zu unterstützen, existieren diverse Fördermöglichkeiten und Zuschüsse, z.B. für Umbauten, Rampen oder den Treppenlift. Diese finanziellen Hilfen können entscheidend dazu beitragen, den Umbau realisierbar zu machen. Staaten und Kommunen, aber auch Kranken- und Pflegekassen bieten verschiedene Programme an, die bei der Schaffung eines barrierefreien Wohnraums unterstützen. Es ist empfehlenswert, sich frühzeitig über die spezifischen Förderbedingungen zu informieren, um keine Vorteile zu verpassen.

Von besonderem Interesse sind dabei die Angebote der KfW-Bank, die mit ihren Programmen „Altersgerecht Umbauen“ finanzielle Unterstützung bietet. Ebenso können individuelle Förderprogramme der Bundesländer oder spezielle Unterstützungen von sozialen Einrichtungen zum Tragen kommen. Die Beratung durch spezialisierte Dienstleister oder entsprechende Beratungsstellen kann helfen, das Maximum aus den vorhandenen Fördermöglichkeiten herauszuholen und sich einen Überblick über die verfügbaren Zuschüsse zu verschaffen.

Eine Inanspruchnahme von Zuschüssen setzt häufig eine genaue Planung und oft auch das Einholen von Kostenvoranschlägen voraus. Die Art der Maßnahmen, seien es Rampen, breitere Türen oder andere Anpassungen, muss genau dokumentiert werden, um die Genehmigung der Fördermittel zu erhalten. Im Rahmen dieser Vorbereitung sollte ebenfalls geprüft werden, ob bestimmte Umbaumaßnahmen notwendig sind, um den Wohnraum langfristig barrierefrei zu gestalten. Gemeinsam mit der finanziellen Förderung wird so ein wichtiger Schritt in Richtung eines selbstbestimmten, komfortablen Wohnens im Alter möglich.