So können auch empfindliche Menschen saunieren

Infrarotsauna
© aneduard / stock.adobe.com

Herkömmliche Saunen wie die finnische Sauna weisen eine Temperatur von bis zu 110 Grad auf. Hitze, wie diese, vertragen nicht alle Menschen. Wer unter einer kardiologischen Erkrankung leidet oder Hautkrankheiten sowie organische Schäden aufweist, sieht von einem Gang in die Sauna ab und wählt Alternativen.

Hohe Temperaturen fordern unseren Körper heraus

Menschen aus Nord- und Mitteleuropa nehmen Anstrengungen auf sich, wenn sie sich längere Zeit der Sonnenhitze aussetzen. Der Herzschlag erhöht sich bis zum Herzrasen, das Volumen der eingeatmeten Luft verringert sich und der Körper droht aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlusts zu dehydrieren.

In einer finnischen Sauna herrscht eine Temperatur zwischen 90 und 110 Grad. Der Aufguss erhöht die Luftfeuchtigkeit, was das Einatmen erleichtert. Zwischen fünf und zehn Minuten reichen aus, dass der Körper den Widerständen nicht standhält und der Kreislauf außer Kontrolle gerät.

Atembeschwerden, Herzrasen, Krämpfe und Ängste stellen in einer Sauna eine ernsthafte Gefahr dar, vor allem, wenn Personen sich alleine in ihr aufhalten.

Menschen mit chronischen und akuten Erkrankungen sehen von einem Besuch zu den Konditionen ab und suchen sich eine Alternative aus.

Infrarotkabinen und Bio-Sauna

Infrarot ist ein Leuchtmittel, welches Hitze ausstrahlt. Die rot leuchtenden Lampen lassen sich in verschiedenen Temperaturen einstellen. Wärme dehnt die Muskulatur, wodurch sie entspannt.

Der Besuch bietet sich bei verschiedenen muskulären und neurologischen Beschwerden an. Wärme wirkt angenehm auf der Haut, die leicht schwitzt und Talg aus den Poren schüttet.

Der Besuch in einer Infrarotkabine dient unter anderem der Behandlung von Akne. Durch das Schwitzen scheidet die Haut angesammelte Sekrete und Bakterien aus, die die Haut verunreinigen und die Hautzellen beschädigen.

Als zweite Alternative gilt die Bio-Sauna mit einer Temperatur zwischen 45 und 65 Grad. Das entspricht in etwa heißen Sonnenstunden im Sommer in südlichen Gefilden.

Ihren Namen erhielt sich nicht wegen der niedrigen Temperatur im Vergleich zur normalen Sauna, sondern aufgrund der biologischen Kräuteraufgüsse, die sich auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Körpers auswirken.

Im Alpengebiet finden Reisende Bio-Saunen mit einem Aufguss alpiner Bergkräuter. Sie beleben den Geist und lösen das Sekret verstopfter Atemwege.

Gesundheit durch richtiges Saunen stärken

Ohne Vorbereitung raten Experten von einem Gang in die Sauna ab. Der Körper ist auf die Temperaturunterschiede vorzubereiten, um Kreislaufschwächen abzuwenden.

Vor dem Eintritt in die Kabine der Bio-Sauna geht es unter die kalte Dusche. Die Venen, Muskulatur und Neuronen ziehen sich zusammen. Optimal ist eine Wassertemperatur zwischen 25 und 30 Grad.

In der Bio-Sauna ist die Temperatur doppelt so hoch. Um den Körper nicht zu überfordern, reichen zehn Minuten ohne Pause in der Sauna aus, um den Körper zu stärken. Ein längerer Aufenthalt führt schnell zu einer Dehydrierung. Es ist wichtig, nach dem Verlassen der Bio-Sauna Wasser zu trinken.

Der Saunagang darf wiederholt werden, wenn der Körper keine Anzeichen einer Schwäche aussendet. Um den Schweiß vom Körper zu entfernen, erfolgt nach dem letzten Saunagang die Dusche bei gewohnter Temperatur.

In den nordischen Ländern saunen die Menschen und betrieben das Wechselbad. Sie tauchen in den kalten See, ins treibende Meer und im Winter in den Schnee, bevor sie die Sauna betreten. Empfindliche Menschen sollten davon absehen und schonendere Optionen wählen.

Menschen mit sensibler Physis in der Sauna

Finnen sind stolz auf ihre Physis und ihrer mentalen Stärke, die sie vor allem der finnischen Sauna verdanken. Menschen mit einer sensiblen Physis oder mentalen Schwäche setzen sich geringeren Temperaturen wie in der Infrarotkabine oder Bio-Sauna aus.

Der Kräuteraufguss lindert verschiedene Beschwerden wie Krämpfe und Atemwegserkrankungen.