Bochum ist eine Stadt in der Mitte des Ruhrgebietes. Mit 364 454 Einwohnern ist es auf Platz 6 der größten Städte in NRW. Die Fläche von 146,66 km² ist in 6 Bezirke unterteilt. 2010 wurde Bochum der Preis als Kulturhauptstadt Europas verliehen.  Bochum liegt zwischen der Emscher im Norden und der Ruhr im Süden. Die Ruhr wurde im Kemnader See im Südosten aufgestaut. Bochum weist viele Landschafts- und Naturschutzgebiete auf, die zum Wandern und Verweilen einladen.

Natur und Landschaft

In und um Bochum erschließen sich mehrere Landschafts- und Naturschutzgebiete, welche einen Ausflug wert sind. Die größten der Naturschutzgebiete sind:

  • Tippelsberg – Berger Mühle ist mit 53,56 Hektar das größte Naturschutzgebiet in Bochum und liegt im Norden. Es wurde 1989 ausgewiesen und 1998 in den Landschaftsplan übernommen. Es zeichnet sich durch jahrzehntealte Stauteiche aus und zur Laichzeit werden sogenannte Krötenzäune errichtet. Außerdem beherbergt das Naturschutzgebiet Tippelsberg zahlreiche Tiere der Roten Liste des Landes.
  • Oberes Oelbachtal ist mit etwa 37 Hektar das zweitgrößte Naturschutzgebiet in Bochum. Es liegt im Nordosten zwischen den Stadtteilen Gerthe und Kirchharpen. Das Naturschutzgebiet ist von Landschaftsschutzgebieten umringt, welche landwirtschaftlich genutzt werden. Der Harpener Bach ist das Kernstück des Naturschutzgebietes und dient den Vögeln als Vogelbrutgebiet. Früher konnte man im Harpener Bach baden, allerdings wurde dies zum Schutz der Vögel verboten.
  • Königsbüscher Wäldchen ist ein Waldgebiet im Südosten Bochums. Es umfasst 13 Hektar und grenzt direkt an die Hochschule Bochum. Etwas weiter im Süden ist der Kemnader See. Das Königsbüscher Wäldchen wurde 1990 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Kultur

Wer in Bochum kulturell etwas entdecken möchte, hat mit 20 Theaterspielstätten, 12 Museen und 10 Kinos eine große Auswahl und es lässt sich auf jeden Fall für jeden, in jedem Alter etwas Passendes finden.

Theater

  • Schauspielhaus Bochum ist eins der bekanntesten Theater in ganz Deutschland. In dem 1908 erbauten Varieté Theater wurde 1915 das städtische Theater eröffnet. Nachdem das Theater im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört war, wurde es bis 1954 auf altem Fundament neu erbaut und hat seitdem nicht nur einen kulturellen Zweck, sondern hat auch architektonisch etwas zu bieten.
  • Starlight Express Theater, wurde vom Produzenten Friedrich Kurz 1988 eigens für sein Musical erbaut. Die Stadt Bochum ist deswegen weltweit bekannt und das Musical ist nach 30 Jahren Laufzeit und mit über 16 Millionen Besuchern das erfolgreichste Musical der Welt.
  • Die Jahrhunderthalle ist eine der Hauptspielstätten der Ruhrtriennale. Außerdem werden dort große Kongresse, Konzerte und Preisverleihungen veranstaltet.

Museen

  • Das Deutsche Bergbaumuseum wurde 1930 gegründet und ist zudem das Zentrum für Montangeschichtsforschung in Deutschland. Das Fördergerüst wurde 1974 von der Dortmunder Zeche „Germania“ an seinen Standort versetzt und ist zum Wahrzeichen von Bochum geworden. Im Bergbaumuseum kann man nicht nur Ausstellungsstücke des Bergbaus sehen, man kann auch unterirdisch, auf 2,5 km einen Einblick auf die Technik des Steinkohle- und Erzbergbaus bis hin zur heutigen Zeit werfen. 2010 fand eine Neueröffnung, passend zum Ende des Steinkohlebergbaus, im Ruhrgebiet, statt.
  • Das Eisenbahnmuseum Bochum ist eines der größten Eisenbahnmuseen seiner Art in ganz Deutschland. Dort sind mehr als 120 Schienenfahrzeuge von 1853 bis zur heutigen Zeit ausgestellt. Man kann genau betrachten, wie sich die Lokomotiven und Wagons im Laufe der Zeit veränderten und es sind sogar einige Raritäten dabei. 2020 wurde eine neue Eingangshalle erbaut und die Museumsumgebung erneuert.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Die Geschichte der Stadt Bochum reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Urkundlich das erste Mal wurde der Ort „Cofbuokheim“ von den Kölner Erzbischöfen 1041 erwähnt. Auch wenn das Kohleschürfen seit 1400 belegt ist, war der Ort Bochum bis ins 19. Jahrhundert eine Ackerbürgerschaft. Viele der Kirchen und auch andere Bauwerke reichen bis ins Jahr 800, und noch älter zurück.

Kirchen

  • Die Propsteikirche St. Peter und Paul ist katholisch und bis 1655 die einzige Kirche Bochums, deswegen wurde die Kirche auch von beiden Konfessionen benutzt. 785-800 wurden die Grundzüge von Karl dem Großen als Reichshof erbaut und seitdem mehrfach umgebaut und erweitert. Die Besonderheiten sind zahlreich, besonders hervorzuheben sind der romanische Taufstein aus dem Jahr 1175, der Hochaltar mit seiner Christusfigur aus dem Jahre 1352 und die vielen Kunstwerke aus den verschiedenen Epochen.
  • Die Pauluskirche wurde von 1655- 1659 von der lutherischen Gemeinde, durch Spenden aus Holland, Schweden, Dänemark und Kurland erbaut. Den eigentlichen Namen erhielt sie aber erst im Jahre 1874, als die Christuskirche am Rathaus erbaut wurde. Dadurch das die Pauluskirche im Zweiten Weltkrieg bis auf die Mauern runterbrannte, wurde sie anschließen mit dem heutigen Aussehen wieder aufgebaut und m 1949 mit einem Turm erweitert.
  • Die Christuskirche Bochum ist eine christliche Kirche und dient Bochum als Mahnmal gegen den Krieg, denn im Zweiten Weltkrieg brannte sie, bis auf den Turm ab. 1950 wurde ein moderner Kirchenbau dem Turm hinzugefügt, weil dieser nach dem Ersten Weltkrieg zur Kriegsheldengedenkhalle umgewandelt wurde und für die Bevölkerung verschlossen blieb. Erst als im Jahr 2015 der Vorplatz umgestaltet worden ist, wurde der Turm im Dezember für die Bevölkerung wieder zugänglich gemacht.

Denkmäler

  • Die Glocke vor dem Rathaus wurde 1979 der Stadt übergeben und ist eine der 4 größten Glocken. Sie wiegt mit ihren 3,13 m Durchmesser gute 15000 kg und ist ganz aus Stahl gegossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie so beschädigt, dass sie nicht mehr läuten kann.
  • Das Mahnmal des Friedens steht zwischen der Propsteikirche und der Pauluskirche. Es wird auch „Die trauernde Alte“ genannt. Es soll an den Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg erinnern.
  • Das Kuhhirtendenkmal soll an die gute alte Zeit erinnern und zeigt den letzten Kuhhirten Bochums.

Gastronomie und Ausflugsziele

Das Freizeitbad Heveney, das Stranddeck Kemnade, ein Golfplatz und der Segelhafen bieten für Ortsansässige und Urlauber vielerlei Attraktionen rund um den Kemnader Stausee. Erst 2014 wurde ein 12 km langer Skater Rundkurs um den See eröffnet.
Wer mit seiner Familie unterwegs ist, sollte den Tierpark mit dem Fossilium Bochum in jedem Fall besuchen und auch das Zeiss Planetarium hat mit seiner rund 600 m² Projektionsfläche viel zu bieten.
Gastronomisch hat Bochum das Bermuda3eck, welches auch als „Kneipenmeile“ bekannt es. Er kann man aus rund 60 Gaststätten die richtigen heraussuchen und sich kulinarisch verwöhnen lassen. Natürlich gibt es in jedem Stadtteil alteingesessene Gaststätten, die mit ihrem Flair überzeugen.

Fazit

Wer in Bochum Urlaub macht, kann sich aus allem etwas aussuchen. Ob Wellness am See, Spazieren durch die Naturschutzgebiete oder Bummeln durch die Stadt mit Besichtigungen der verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Bochum findet für jeden etwas und mit der Straßen- und Stadtbahn ist alles leicht zu erreichen.

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