Gewalt in Großstädten – Sicherheitsfirmen als Antwort?

Wachschutz
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Wird das Leben in Städten in Nordrhein-Westfalen gefährlicher? Wer einen Blick auf die aktuellen Kriminalstatistiken wirft, und diese mit den Vorjahren vergleicht, kann diese Frage stellen. Ohne jede Polemik oder politische Einfärbung lautet die Antwort: Ja, die Gewalt nimmt vielerorts zu. Beispiel Dortmund: Im Jahr 2022 erhöhte sich die Anzahl angezeigter Straftaten im Vergleich zum Vorjahr von 55.206 auf 62.761. Vergleichbare Trends lassen sich in vielen anderen Städten ausmachen. Mehr und mehr Unternehmen und Veranstalter machen von Firmen wie dem Sicherheitsdienst oder einem eigenen Wachschutz-Team Gebrauch. Es stellt sich die Frage nach den Ursachen und danach, inwiefern uns diese Zahlen in der Tat ein realistisches Abbild der Wirklichkeit liefern.

2020, 2021, 2022

„Nach der Pandemie ist vor der Pandemie!“ – so lautet das Fazit des Polizeipräsidenten Dortmund Gregor Lange. Was er damit meint: Zwar hat sich die Zahl an Anzeigen und Straftaten vielerorts im vergangenen Jahr erhöht. Allerdings darf nicht unerwähnt werden, dass die Jahre 2020 und 2021 durch Corona geprägt waren. Die Menschen haben die meiste Zeit zuhause verbracht. Das Resultat: weniger soziale Interaktionen, ergo weniger Straftaten.

Setzt man die aktuellen Zahlen ins richtige Verhältnis – nämlich zu den Jahren vor der Pandemie – zeigt sich, dass die Kriminalität kein größeres Problem darstellt als im Jahr 2019. In diesem Kontext betrachtet, lässt sich demnach Zweifel an der These hegen, ob Gewalt in Großstädten wie Essen, Dortmund, Köln oder Düsseldorf tatsächlich ein größer werdendes Problem darstellt. Trotz alledem darf nicht unterschätzt werden, welches eminent wichtiges Thema die innere Sicherheit für die Bürger darstellt. Gefühlte Wahrheiten färben unsere Diskurse und politischen Debatten mindestens ebenso stark ein wie nüchterne Zahlen. So ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Kriminalität im öffentlichen Raum viel und heiß diskutiert wird.

Die neue Rolle von Sicherheitsdiensten

Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie die Polizei nicht mehr ausreichend schützt. Die Schlussfolgerung: Es wird mehr Wert auf das Thema Eigenverantwortung gelegt. Wie zu Beginn erwähnt, spielen Sicherheitsdienste eine größer werdende Rolle. Das zeigt sich nicht zuletzt an den steigenden Umsätzen. Tatsächlich gehört die Sicherheitsbranche inzwischen zu den am schnellsten wachsenden Branchen in Deutschland. Das fängt bei Sicherheitssystemen wie Alarmanlagen an und endet beim Personenschutz und der 24/7-Vollüberwachung.

Das Image der Sicherheitsdienste hat sich im Zuge dieser Entwicklung einer Transformation unterzogen. Vom breitschultrigen „Hau-drauf-Typen“ zur „High-Tech-Privatpolizei“. Statt auf lautstarke Dialoge wird auf Deeskalation und Gewaltprävention gesetzt. Moderne Ausrüstung wie Bodycams und Pfefferspray verhindern Konflikte, helfen aber auch dabei, diese im Nachgang aufzuklären.

Ein breites Leistungsportfolio

So breit wie das Anforderungsprofil an moderne Sicherheitsfirmen geworden ist, so sehr werden die Dienste auch angefragt: Firmen, Konzertveranstalter, Unternehmer, VIPs und sogar Privatpersonen nehmen den Service vermehrt in Anspruch. Grundsätzlich lassen sich die Tätigkeiten von Sicherheitsfirmen in Deutschland folgendermaßen kategorisieren:

  • Beratende Tätigkeiten: Insbesondere Unternehmer holen sich die Kompetenzen, die sich nicht im Haus befinden, extern hinzu. Sicherheitsfirmen suchen nach Schwachstellen, verbessern den Einbruchsschutz, installieren Videoüberwachung, erstellen Sicherheitskonzepte, führen Überprüfungen durch uvm.
  • Präventive Maßnahmen: Noch immer liegt die oberste Priorität darin, Konflikte wie Gewalt zu verhindern und nur im Falle einer aktiven Bedrohung einzuschreiten. Zwar lässt das deutsche Gesetz ausreichend Möglichkeiten zur Selbstverteidigung. Jenes Gesetz verhindert jedoch auch, dass die Grenzen zur Selbstjustiz überschritten werden. Zudem kann bereits das bloße Dasein von Sicherheitsleuten abschreckend auf potentielle Straftäter wirken und somit das Sicherheitsniveau erhöhen.
  • Aktiver Schutz: Im Falle einer akuten Gefahrenlage sind Sicherheitsleute darauf trainiert, Bedrohungen schnell und sicher auszuschalten. Zur Fähigkeit sich selbst zu verteidigen, kommen Abwehrsprays, Schlagstöcke, Elektroschockpistolen und weitere Gegenstände. Selten sind Sicherheitsleute einzeln unterwegs. Sie befinden sich im regen Austausch miteinander. Zudem werden sie im Falle einer Bedrohung die Polizei verständigen.

Fazit

Das Thema Gewalt in Großstädten ist in der öffentlichen Diskussion omnipräsent – und wird es aller Voraussicht nach bleiben. Zu groß ist das Sicherheitsbedürfnis der Bürger. Und das trotz sinkender Kriminalität. Nicht nur im Vergleich zu den Jahren vor Corona sind die hiesigen Straßen nicht unsicherer geworden. Im Langzeittrend nehmen insbesondere schwere Straftaten ab – und das seit Jahrzehnten. Wer sein Sicherheitsbedürfnis befriedigen möchte, kann auf einen örtlichen Sicherheitsdienst zurückgreifen. Diese bieten ein breites Spektrum an Services an.